Schauspielkarriere
Quelle: dpa
Sein Bühnendebüt gab er 1950 in William Saroyans Mein Herz ist im Hochland am
Berliner Hebbel-Theater. 1953 bekam er neben Romy Schneider seine erste kleine
Filmrolle in Wenn der weiße Flieder wieder blüht. Im selben Jahr spielte er erstmals,
wie später noch oft, an der Seite seiner Mutter Berta Drews: in ShakespearesRichard
III.. Von 1955 bis 1958 studierte er am Berliner UFA-Nachwuchsstudio bei Else Bongers.
In dem DEFA-Film Alter Kahn und junge Liebe stand er 1956 das erste Mal in einer
Hauptrolle vor der Kamera. Die entscheidende schauspielerische Ausbildung erhielt er
jedoch in der Zeit von 1958 bis 1963. Auf den Rat seiner Mutter hin spielte er am
Deutschen Theater in Göttingen unter der Leitung von Heinz Hilpert. Nach dessen Tod
schloss sich Götz George nie wieder einem festen Ensemble an, stand aber regelmäßig
bei Tourneen oder Gastspielen auf der Bühne. Hansgünther Heyme verpflichtete ihn 72
an das Kölner Schauspielhaus, wo er den Martin Luther in Dieter FortesMartin Luther und
Thomas Münzer verkörperte. 1981 verkörperte er die Titelrolle in BüchnersDantons Tod
bei den Salzburger Festspielen. 1986/87 inszenierte George, zusammen mit Eberhard Feik
und Helmut Stauss, Gogols Revisor. Mit Tschechows Platonov ging George 1990 letztmalig
auf Theater-Tournee. Nach kleineren Kinorollen im Verlauf der fünfziger Jahre gelang Götz
George 1959 mit dem Film Jacqueline der Durchbruch bei Kritik und Publikum. Für seine
Rolle wurde er mit dem Deutschen Filmpreis und dem Preis der deutschen Filmkritik aus-
gezeichnet. 1961 wurde ihm der Bambi als beliebtestem Schauspieler verliehen. In den
1960er-Jahren spielte George in Filmen wie Kirmes und Herrenpartie. Einem breiten
Publikum wurde er bekannt durch Filme der Karl-May-Reihe, die er 1962 mit Der Schatz
im Silbersee begann. Götz George erhielt die Rolle des Farmersohns Fred Engel. George
absolvierte seine Stunts alle selbst, auch in seiner Hauptrolle als Sheriff in Sie nannten
ihn Gringo. In den 1970er-Jahren spielte George vornehmlich Theater und wirkte in Fern-
sehproduktionen mit, darunter in vielen Folgen von Der Kommissar, Tatort, Derrick und
Der Alte. Erst 1977 besetzte man ihn für Aus einem deutschen Leben wieder in einer
Kinohauptrolle – als Franz Lang, eine Figur, die aus der Biografie des Auschwitz-Komman-
danten Rudolf Höß entwickelt wurde. 1988 stand er erneut bei der DEFA in Der Bruch
gemeinsam mit Rolf Hoppe und Otto Sander vor der Kamera. Seinen größten Zuschauer-
erfolg hatte George in den 1980er-Jahren im Fernsehen: Mit den Schimanski-Tatortfolgen
des WDR, die von 1981 bis 1991 zu sehen waren. In dieser Rolle ist er 1990 auch in dem
Fernseh-Kriminalfilm Unter Brüdern, dem einzigen Crossover der bundesdeutschen Krimi-
reihe Tatort und der DDR-Krimireihe Polizeiruf 110, zu sehen. In den 1990-Jahren spielte
George in Der Sandmann den vermeintlichen Serienmörder und Literaten Henry Kupfer.
In Die Bubi-Scholz-Story legte George das Trauma eines gealterten, gebrochenen Boxers
bloß. In Der Totmacher war er der Serienmörder Fritz Haarmann, was ihm unter anderem
den Darstellerpreis der Filmfestspiele von Venedig und den bisher letzten von vier Deut.
Filmpreisen einbrachte. In Nichts als die Wahrheit schlüpfte er, mit Hilfe einer Maske stark
„gealtert“, in die Rolle des NS-Arztes und Massenmörders Josef Mengele. Komödiantisch
ausgelegt waren seine Rollen in mehreren Filmen von Helmut Dietl: als Hamburger Reporter
Hermann Willié in Schtonk!, als Regisseur Uhu Zigeuner in Rossini – oder die mörderische
Frage, wer mit wem schlief und als todkranker Bundeskanzler in Zettl. George lebt seit
1997 mit der Hamburger Journalistin Marika Ullrich zusammen. Von 1966 bis 1976 war er
mit der Schauspielerin Loni von Friedl verheiratet. Der Ehe entstammt eine Tochter.
vendita media